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„Ehrenamtliche finden und fördern“ lautete das Motto der Ratstagung 2019 des Landesverbands

NRW im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, die am Samstag, 30. März
2019, stattfand. 212 Teilnehmer aus 91 Gemeinden hatten sich zur von Andi Balsam und Gerlinde
Wenzel moderierten Tagung im Lighthouse Essen versammelt, um – neben der Wahl der
Leitungsmitglieder – der Frage nachzugehen, wie Menschen dazu motiviert werden können, sich
ehrenamtlich in die Gemeindearbeit einzubringen.

Immer wieder neu stehen Gemeinden vor der positiven Herausforderung, Menschen in die
Gemeindearbeit einzubinden. Auf die Motive schauend, warum Menschen aus freiem Willen
Aufgaben übernehmen möchten, nämlich um Identität, Gemeinschaft und Sinn zu finden,
entwickelte Dr. Stefan Vatter, ehemaliger Pastor und heute Coach und Berater für Gemeinden, eine
Grundhaltung zum Thema. In seinem Referat setzte auf den Sog der Freude. Da wo Leitende ihre
Freude am Reich Gottes mitzubauen ehrlich und authentisch vorleben, entsteht eine anziehende
Attraktivität für andere Menschen, hier selbst gerne mitzuwirken.

Seine Überzeugung: „Wirksame Leiterschaft besteht vor allem darin, Menschen inspirieren zu
können. Wir können Menschen nur dorthin führen, wo wir selbst im Geist mit Freuden leben.“ Die
Schlüsselfrage nach Mitarbeitergewinnung und -förderung sei daher eine Frage des Herzens. Vatter
ermunterte in seinem Vortrag zur „Schaffung von einem Mehr an Freiräumen zur Inspiration, zu
heiligen Korridoren, die man nicht durch Aktivitäten überfrachtet.“ Dabei gehe es auch darum, den
Rucksack von ehrenamtlichen Mitarbeitern auf dem Weg der Nachfolge Jesu nicht zu voll zu packen,
„denn wir tragen ein sanftes Joch“.

In den auf das Referat folgenden Impulsen aus der Praxis erörterten Dieter Orzessek (EFG Herten),
Tim Dyck (Pastor FEG Bonn), Gerlinde Wenzel (EFG Bochum-Linden) und Timo Pickhardt (Pastor
Treffpunkt Leben EFG Erkrath) die Frage, welche Quellen der Inspiration in der Gemeindearbeit
gefunden werden können. Dieter Orzessek ermunterte hier zur Offenheit für neue Ideen von
Menschen, damit alle Mitglieder ihren Auftrag – möglicherweise sogar auch in Ehrenamten
außerhalb der Gemeinde – leben können. Die möglichst frühe Einbindung von jungen
Gemeindemitgliedern mittels eines Jahrespraktikums nach indivuduellen Neigungen, nannte Tim
Dyck. Begleitet werden sollten alle Dienste in der Gemeinde stets durch Wertschätzung, Dankbarbeit,
Lob und auch Belohnung.
Praxisimpulse web

Das hohe Potenzial der Jugend, der unter 30-Jährigen, stellte Timo Pickhardt heraus. Seinen
Umfragen in seiner Gemeinde zufolge, wünschen sich junge Erwachsene eine klare Führung,
Visionen, Leidenschaft und geistliche Inspiration von ihrer Gemeindeleitung. Bei einer hohen
Bereitschaft, sich einzubinden, gebe es das Bedürfnis nach mehr Gestaltungsspielräumen und
ehrlicher Ansprache. Das setze nach Timo Pickhardts Erfahrung die Bereitschaft der Leitenden
voraus, „Gemeinde möglicherweise nicht so weiter bauen zu lassen, wie wir es gewohnt sind und
dem Wirken Jesu Vertrauen entgegenzubringen.“ Nicht zuletzt führte Gerlinde Wenzel aus ihrem
eigenen Erleben des Ehrenamtes Engagement als Ergänzung und Bereicherung des eigenen Lebens
als Motivation an.

Hauptpunkt der darauf folgenden ersten Plenarsitzung war die Wahl der Leitungsmitglieder.
Wiedergewählt wurden Hildegard Gabler, Werner Hahm und Leo Schouten, neu in die Leitung
hineingewählt wurden Hartmut Hoevel und Martin Hamann. Leo Schouten wurde wieder als Leiter
gewählt. Damit ist die Doppelspitze mit Dieter Orzessek und Leo Schouten komplett. Zum Kassierer
wurde Heinz Fude ernannt, als Leiter des Gemeindejugendwerks (GJW) wurde Marc Vollmer
bestätigt.

Mit Blick auf den Bundesrat 2019 in Kassel, der vom 29. Mai bis 1. Juni 2019 stattfindet, wurde
beschlossen, Edgar Vieth (EFG Leichlingen Kuhle) als Kandidat für die Präsidiumswahl sowie Leo
Schouten und Dieter Orzessek als Delegierte des Landesverbandes NRW zu entsenden.

GJW webBeteiligen, Befähigen, Begleiten und Verbinden – unter diesem Motto steht die Arbeit des GJW NRW.
Mara Sieloff, Referentin für Kultur und Bildung, Amelie Lasson, Referentin für Jugend und Bildung,
und Timo Meyer, Jugendpastor, stellten die Aktivitäten vor. Klar wurde, dass mit Verbinden nicht nur
der Erste-Hilfe-Kurs, sondern vor allem Menschen gemeint sind. Beispiele für das Beteiligen,
Befähigen und Begleiten waren Musicals, Aufführungen, Kinder- und Jugendfreizeiten, Schulungen
wie zur Initiative „Sichere Gemeinde“ oder auch die Gemeindeunterrichtsfreizeit.

Eine herzliche Einladung ging in der Folge an alle Pastoren zur Pastorenstudientagung auf Langeoog
vom 4. bis 7. November 2019.

Bezüglich der Verwendung der Ratstagungskollekte in Höhe von 1715,69 Euro wurde für das Projekt
der Gemeinde Essen-Altendorf vorgestellt und abgestimmt. Mit der Kollekte wird das von Margret
Meier gegründete Projekt Himmelsperlen International e.V. unterstützt, hier speziell das
medizinische Hilfsteam aus Ärzten, Krankenschwestern und Psychologen im Libanon, das
untergebracht in einer Baptistengemeinde vor Ort, Flüchtlinge unterstützt.

Für die Kollekte des Tages des Landesverbands 2019 wurde beschlossen, mit dieser das
Integrationsprojekt der Gemeinde Hagen zu unterstützen.
Noch im Zeichen der schweren Beschädigungen der Gebäude durch Starkregen im Juni des
vergangenen Jahres stand die Jahreshauptversammlung des Diakoniewerks Pilgerheim Weltersbach.
Mit dem Neubau von modernen Einzelzimmern für 54 Bewohnerinnen und Bewohner soll in diesem
Jahr begonnen werden.

Im Mittelpunkt der zweiten Plenarsitzung der Ratstagung standen verschiedene Berichte aus den
Arbeitsbereichen des Landesverbandes NRW und die Finanzen. Nach dem durch Kassierer Heinz Fude
vorgelegten Kassenbericht 2018 wurde der Haushaltsplan 2019 vorgestellt und angenommen. Zum
Kassenprüfer für die Haushaltsjahre 2019-2020 wurde Dietmar Evang (EFG Herten) bestellt.

Angenommen wurde auch der Antrag der Landesverbandsleitung auf Gewährung eines Kredites in
Höhe von 150.000 Euro für den BEFG.

Mit der Spectrum International Church in Düsseldorf Kaiserswerth stellte eine neue Gemeinde
während des Rats ihren Antrag zur Aufnahme als selbständige Bundesgemeinde in den Bund
Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland KdöR. Dieser Antrag wird auf dem Bundesrat
2019 in Kassel entschieden.

Der Dank aller Teilnehmer ging an die Mitarbeiter der EFG Essen-Altendorf, die die Tagung im
Lighthouse Essen möglich gemacht hatten. Der Landesverbandsrates NRW wird am 28. März 2020 in
der EFG Marl-Drewer stattfinden.

Beachten Sie weitere Angebote aus dem Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden K.d.ö.R.

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