Mit Entsetzen nehmen viele von Euch in diesen Tagen sicher die Nachrichten aus den USA wahr. Warum sind wir so weit davon entfernt, dass der Traum des berühmten Baptistenpastors Martin Luther King, der für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Menschen gekämpft hat, Wirklichkeit wird? „Wir beklagen zutiefst den expliziten und impliziten Rassismus, der einige Amerikaner nur wegen ihrer Hautfarbe als Bürger zweiter Klasse behandelt“, heißt es in der Stellungnahme der Baptist World Alliance (BWA) und der North American Baptist Fellowship (NABF), die Ihr in deutscher Übersetzung auf unserer Internetseite nachlesen könnt.

Doch eigentlich braucht man gar nicht so weit zu schauen. In Deutschland stieg 2019 beispielsweise die Zahl der rassistischen Diskriminierungsfälle um zehn Prozent, wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervorgeht. Das beklagt auch BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba, der in Bezug auf die Vorfälle in den Vereinigten Staaten sagte: „Solchen Rassismus erleben wir auch in Deutschland. Nicht nur die Anschläge in Hanau haben das gezeigt. Die Ansicht, dass Menschen aufgrund bestimmter Merkmale weniger wert seien als andere und dass ihre gesellschaftliche, soziale oder politische Ausgrenzung oder Diskriminierung deshalb gerechtfertigt sei, ist die Wurzel von Unrecht auch bei uns. Und wir – auch wir in unseren Kirchen und Gemeinden – müssen uns fragen und fragen lassen, welchen Anteil wir daran haben.“ Thematisiert dieses Unrecht doch auch in Euren Gemeinden und nehmt besonders die aktuelle Situation in Eure Fürbitten mit auf. Zum Beispiel mit den Worten in Anlehnung an Micha 6,8 aus dem letzten Absatz der Stellungnahme:

„Wir beklagen zutiefst die Zeiten, in denen unsere eigenen baptistischen Gemeinschaften darin versagt haben, das Licht der Welt zu sein, und sich stattdessen mit den Flammen des Hasses vereint haben – und wir erbitten demütig die Vergebung von Gott und von unseren Mitmenschen, an denen wir gesündigt haben. Wir bekräftigen unsere Hingabe in Wort und Tat, Recht zu tun, Barmherzigkeit zu lieben, und demütig zu leben.“

Auszug aus BUND kompakt Nr. 19 | 11. Juni 2020: Aktuelles aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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