Was ich in Deutschland gesehen habe, gab mir den Mut, auch in Malawi eine Kindertagesstätte zu eröffnen.“ So schilderte Ntchindi Nkhwazi sein persönliches Projekt in seiner Heimatstadt Zomba, der viertgrößten Stadt Malawis. Nkhwazi war als Präsident der Baptistenjugend im Mai 2014 anläßlich des sogenannten „Malawi-Monats“ des Landesverbands NRW in Deutschland gewesen. Ulrich Wagner, damals Mitglied der Partnerschaftssteuergruppe des Bundes, hatte für ihn eine Rundreise mit vielen Projekt-Besuchen organisiert. Anläßlich einer Begegnungsreise traf er ihn im August 2016 in Zomba wieder.

Ich habe gesehen, dass ihr viel investiert in die Begleitung von 6-monatigen bis 5-jährigen Kindern. Außerdem sind sie dann versorgt, wenn beide Eltern arbeiten müssen. Das ist ein großes Problem hier in Zomba.“

Nachdem er sein Arbeitgeber, die Baptistengemeinde Zomba, nicht an so eine Sache ran wollte, bewarb er sich beim Theologischen College um die Miete eines früheren Kindergartens auf ihrem Gelände, der von einem ehemaligen ungarischen Volontär runtergewirtschaftet worden war. Er überzeugte sie von seinem Konzept und eröffnete im Mai 2015 mit 11 Kindern die neue Kita. Plätze gibt es für 60 Kinder und inzwischen kommen jeden Tag 42, womit er die 4-zügige Einrichtung mit 8 Angestellten (davon 4 mit Zertifikat) finanzieren kann. Um die Kita herzurichten hat er ein Darlehen aufgenommen. Es fehlt natürlich ein wenig an Spielzeug, Spielgeräten und sonstigem Material und auch die 3-monatigen Ferien ohne Einkünfte beanspruchen das Budget.

Aber der „Managing Director“ ist fröhlich, bringt gerade einen Estrichboden in sein Wohnzimmer ein, zieht seinen kleinen Jungen groß (während seine Frau eine Projektarbeit im 200 km entfernten Salima betreut) und ist ansonsten Hausmeister und „Mädchen für alles“ in der Baptistengemeinde mit Schule. Man hat ja sonst nichts zu tun. Für Ulrich Wagner war es wieder einmal ein großes Hoffnungszeichen der Weltmission.

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