An die jüdischen Gemeinden in Nordrhein-WestfalenACK

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in NRW – Olpe 35 - 44135 Dortmund 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens,

im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen (ACK NRW) möchte ich Ihnen hiermit unsere Solidarität bekunden. Wir, die Vertreter und Vertreterinnen der 36 zur ACK - NRW zusammengeschlossenen christlichen Kirchen und Gemeinden, sind entsetzt über die brutale Tat in Halle/Saale.

Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.

Es beunruhigt uns sehr, dass in unserem Land ein solch infamer Angriff auf eine Synagoge stattfinden konnte. Wir möchten Ihnen allen daher unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

Kaum vorstellbar ist für uns der psychische Druck, der auf Ihnen lastet, wenn Sie nun verstärkt erleben müssen, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht ohne Polizeischutz möglich ist. Dass die Tat an Ihrem höchsten Feiertag geschah, verschlimmert das Gefühl des Ausgeliefertseins und der Verwundbarkeit wahrscheinlich noch mehr.

Wir sind uns dessen bewusst, dass wir als Teil der Zivilgesellschaft Verantwortung tragen für das gesellschaftliche Klima, das den Nährboden darstellt für einen verstärkt auftretenden Antisemitismus sowie einen wachsenden Extremismus. Der Anschlag von Halle rüttelt uns wach und mahnt uns daran, mutiger aufzustehen und hörbarer Partei zu ergreifen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung diffamiert und diskriminiert werden.

Als Christinnen und Christen sind wir aufgrund unseres Glaubens mit den jüdischen Gemeinden in besonderer Weise verbunden. Wir sind dankbar, dass es nach der Shoah wieder lebendige jüdische Gemeinden in Deutschland gibt, und versichern Ihnen, dass wir solidarisch an Ihrer Seite stehen, um gemeinsam für eine offene und freiheitliche Gesellschaft einzustehen, in der Hass und Gewalt keinen Platz haben.

Gemeinsam vertrauen wir auf Gott, der verspricht: „Es werden wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade wird nicht von Euch weichen und der Bund meines

Friedens wird nicht hinfallen.“ (Jesaja 54,10) Wir wünschen Ihnen heute von Herzen „Schabbat Schalom“. Am Sonntag werden wir Sie in unsere Fürbitte einschließen.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Annette Muhr-Nelson

(Pfarrerin, Vorsitzende der ACK-NRW)

Mit dem Zusammenwachsen der beiden Landesverbände Rheinland und Westfalen geht einher, dass auch die Delegation der beiden Landesverbände in die ACK-NRW gebündelt wird. Hier laufen im Sommer diesen Jahres die entscheidenden Beratungen und Beschlussfassungen.

Erfreulich ist, dass es auf dem Gebiet des LV Rheinland Bestrebungen gibt, neue lokale ACKs zu gründen. Das ist in Mettmann und Siegburg jeweils unter Beteiligung unserer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden der Fall.

ACK - Arbeitskreis christlicher Kirchen

Die Einheit der Christen zu fördern, ist das Ziel der ökumenischen Bewegung. In vielen Ländern geschieht dies durch Nationale Kirchen- und Christenräte. In Deutschland ist die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) das repräsentative Organ und Forum der christlichen Kirchen.

Derzeit gehören 16 Kirchen als Mitglieder und 4 Kirchen als Gastmitglieder zur ACK (Evangelische Kirche in Deutschland, Römisch-katholische Kirche, Orthodoxe Kirchen, Orientalisch-Orthodoxe Kirchen, evangelische Freikirchen und andere kleinere Kirchen). Dazu kommen 3 Gruppierungen bzw. Organisationen als Ständige Beobachter. Damit repräsentiert die ACK ein weites und vielfältiges Spektrum der kirchlichen Ökumene.

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